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Sterbesettings – Eine interdisziplinäre Perspektive

Einführung

In der Gesellschaft lässt sich aktuell ein wachsendes Interesse am Lebensende sowie an den Themen Sterben und Tod beobachten. So werden Erfahrungen mit unheilbaren Krankheiten und der professionellen Begleitung des Lebensendes durch Palliative Care zunehmend öffentlich in deMedien besprochen. Vor diesem Hintergrund erprobt das Projekt eine Verschränkung verschiedener Fachperspektiven, die bisher meist getrennt verfolgt wurden und eröffnet so einen neuen interdisziplinären Zugang.

Methoden

Das Team setzt sich aus neun Forschenden – darunter zwei Doktorierende und eine Postdoc – zusammen, welche Expertisen aus Kulturwissenschaft, Pflegeforschung,
Religionssoziologie und Designforschung einbringen. Der gemeinsame methodische Ansatz liegt darin, Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Praktiken sowie dahinterliegenden gesellschaftlichen Konventionen, sogenannten Skripten und Narrativen, in den Sterbesettings zu untersuchen. Dabei interessiert, wie sich gewisse Konventionen auf die Praktiken auswirken und wie sich diese umgekehrt auch dadurch verändern lassen. Der interdisziplinäre Ansatz erlaubt es dabei verschiedene Praktiken und Konventionen der Sprache, Pflege, Produktgestaltung und Spiritualität in den Blick zu nehmen: Welche Rolle spielt bspw. die spirituelle Dimension für die Pflege? Wie fliessen pflegerische Handlungen in die Sprache ein? Welche Funktionen kommen dem Design von Pflegeprodukten oder der räumlichen Umgebung zu?

Ergebnisse

Neben wissenschaftlichen Publikationen – darunter zwei Dissertationen – erarbeiten wir in angewandter Forschung mit dem Praxispartner Design-Interventionen wie die Neu-Gestaltung von Pflegeprodukten und Kommunikationsmitteln. Diese sollen den Handlungsspielraum von Sterbenden vergrössern und ihr Wohlbefinden fördern. Eine eng mit dem Team zusammenarbeitende Video-Künstlerin reflektiert den Forschungsprozess und die Befunde. Die künstlerischen Formate bieten eine zusätzliche Form der Vermittlung, die sich an eine breite Öffentlichkeit wendet.

Publikationen

Caduff, Corina, Afzali, Minou, Müller, Francis und Eva Soom Ammann (Hg.) (2022). Kontext Sterben: Institutionen – Strukturen – Beteiligte Zürich: Verlag Scheidegger & Spiess.

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Braun, Tina (2022). Palliative-Care-Bildwelten nach Covid-19: die mediale Darstellung von Corona und unsere veränderte Vorstellung vom Sterben Palliative CH(3), S. 45-49. Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung.

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Soom Ammann, Eva; Afzali, Minou (November 2022). Heimat im Alter – Lebensrückschau und Alltagsgestaltung de facto – Heimat im Alter(11), S. 4-6. Bethesda Alterszentren AG, Küsnacht.

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Caduff, Corina (2022). Sterben und Tod öffentlich gestalten: Neue Praktiken und Diskurse in den Künsten der Gegenwart Paderborn: Brill / Fink.

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Caduff, Corina (2022). Körper – Geschlecht – Sterben In: Noth, Isabelle; Berlis, Angela; Schroer, Silvia; Frettlöh, Magdalene L. (Hg.) Die Geschlechter des Todes: Theologische Perspektiven auf Tod und Gender (S. 25-38). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

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Zeitraum

Dezember 2019Juni 2023

Leitung

Eva Soom Ammann, BFH Gesundheit
Francis Müller, Zürcher Hochschule der Künste

Verantwortung

Mitarbeit

Gaudenz Metzger, Zürcher Hochschule der Künste
Julia Rehsmann
Eva Wandeler

Kooperationen

BFH Gesundheit
Karin Oechsle, Universitätsklinikum Hamburg
Werner Schneider, Universität Augsburg
Stadtspital Waid: Zentrum für Palliative Care
Zürcher Hochschule der Künste

Finanzierung

Schweizerischer Nationalfonds SNF

Forschungsfelder